Papier ist...



Papier ist herrlich!

Papier ist geduldig.
Papier ist eine Schatzkiste ohne Boden.
Papier ist der Garten für deine Fantasie.
Papier ist Geschichte - es trägt deine Geschichte und Geschichten und die vieler anderer vor dir.

Papier kann so vieles und noch viel mehr.

Alte Bastelbögen sind ein wundervolles, zauberhaftes Stückchen Zeitgeschichte. Wer sie betrachtet (oder auch baut), erfährt dabei immer etwas über die Menschen und die Zeit, in der diese lebten. Und über denjenigen, der die Bastelbögen Gestalt werden ließ.

Dioramen, Papiertheaterbühnen, Gebäude, Puppenstuben aus Papier, Krippen,... und vieles mehr ermöglichen ein Eintauchen in eine andere Zeit.

Wundervollerweise gibt es Menschen, die da empfinden wie ich und diese herrlichen Zeitdokumente zur Verfügung stellen. Diesen sei hier von mir vorerst herzlichst gedankt!

Ich hoffe, ich kann mit diesem Blog hier etwas von diesem Zauber weitervermitteln! Viel Vergnügen!

Wer die einzelnen Bilder der Slideshows ausführlicher und langsamer genießen möchte, klickt einfach auf das Bild. Dadurch gelangt man direkt auf das Fotoalbum, wo man die Aufnahmen einzeln betrachten kann.

Liebe Grüße,

die amelie


Sonntag, 26. Juni 2011

Une Soiree chez la Comtesse

"Ein Abendempfang bei der Gräfin"




Diorama französischer Herkunft.
Genauere Quelle mir leider unbekannt.

Little Miss Silver Skates





Paper Doll aus dem "Democrat Chronicle", veröffentlicht am 26. Januar 1896.
"Little Miss Silver Skates", Art Supplement 76.

The Open Car




Der "Boston Sunday Globe" veröffentlichte am 12. Juli 1896 als sogenanntes "Art Supplement" diesen Bastelbogen, "The Open Car" - also einen offenen Eisenbahnwagon, wie er damals üblich war.

Die Montage der Papierteile erfolgte völlig ohne Kleben, ausschließlich durch Steckverbindungen.

Leider stand mir nur ein relativ kleines Bild für den Ausdruck zur Verfügung. Daher sind auf einigen der Fotos die Pixel deutlich erkennbar.

Dennoch ein besonders gelungenes Zeugnis der damaligen Zeit, wie ich finde.

Donnerstag, 23. Juni 2011

In der Schule / a l' ecole




Ein Diorama eines französischen Bastelbogens.

Puppenhaus / dukkehus




Ein Herrenhaus aus Papier zum Bespielen gedacht.
Mit Vorzimmer, Bad, Küche, Speisezimmer und Salon mit Treppe zum Garten.
Veröffentlicht 1916 im "Illusteret Familie Journal".

Blaues Buffet / buffet de cuisine




Ein französischer Bastelbogen für ein Buffet de Cuisine, gedacht als Spielzeug für ein Puppenhaus.

Rotkäppchenhaus / la maison du petit chaperon rouge




Ein Bastelbogen der "Imagerie d' Epinal" von Pellerin.
Die Imagerie d' Epinal veröffentlichte eine Vielzahl von Bastelbögen, hauptsächlich bekannte Gebäude bzw. Bauwerke wie den Eiffelturm, Palais, Theatergebäude etc.
Man unterschied in kleine, mittlere und große Konstruktionen.

Wer mehr über die Imagerie d' Epinal sehen möchte, klickt hier: Bilder zu "Imagerie d' Epinal"

Mittwoch, 22. Juni 2011

Im Gemischtwarenladen / En Urtekrambutik



Ebenfalls aus dem "Illusteret Familie Journal" stammt dieses Diorama, das auch zum Bespielen gedacht war. Die Anleitung empfahl, die Papierfiguren auf dünne Korkscheiben zu kleben, um mit ihnen spielen zu können.

Dänische Puppenstube aus Papier/ Dukkestuen



Das wöchentlich erscheinende Magazin "Illusteret Familie Journal" bot über viele Jahrzehnte als regelmäßige Beilage Bastelbögen zum Sammeln. Darunter auch diese Puppenstube im Empire-Stil aus Papier mit verstellbaren und bespielbaren Möbeln der damaligen Zeit.

So lebte damals die wohlhabendere Bürgerschicht.

Für die Bespielbarkeit und Stabilität solcher Stuben, Puppenhäuser, Papiertheater, Gebäude oder Dioramen war es nötig, die Bögen zuerst auf festeren Karton zu kleben und erst danach auszuschneiden und zusammenzufügen.

Hinter solchen Erzeugnissen steckten also viele Stunden stiller, konzentrierter Beschäftigung.

Theatre Guignol



Das französische "Theatre Guignol" entspricht dem deutschsprachigen "Kasperltheater" bzw. dem englischen Puppenspiel "Punch and Judy".

Die zwei sich bekämpfenden Figuren oben sind sogar per Papiermechanik von der Rückseite her so bewegbar, dass sie einander ordentlich verhauen können. Also ganz im Sinne von Kapser und Krokodil oder Punch and Judy. 

Der Bastelbogen hier stellt ein Theatre Guignol, verlegt als Bogen Nr. 1022 der Imagerie d'Epinal, dar. Mit Harlekin und Columbine fehlen auch die typischen Elemente aus der Harlekinade nicht.


Die Harlekinade geht zurück auf die italienische Comedia dell' Arte, wurde jedoch hier mit Slapstick versehen. Harlekin ist der Tollpatsch, der Diener und natürlich sehr an Columbine interessiert...

Columbine ist oft vom Stande eines Dienstmädchens und kokettiert mit Harlekin.

Am Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Harlekinade als Theaterform schließlich an Reiz. Dennoch ist sie bis heute als Element vieler komischer Schaustücke erhalten geblieben.